Naryn – Kara- Koo Ashuusu 2800m – Kazarman – Urum- Basch Ashuusu 3017m – Jalalabad – Osch

1. Teil: Naryn – „Kara- Koo Ashuusu“, 2800m – Kazarman

Ein dramatisches Familienereignis überschatteten die letzten paar Tage. Meine Schwester Ingrid war behindert (Trisomie 21) und lebte seit ca. 30 Jahren im Mattenheim in Ettingen. Letzten Samstag – während der Passfahrt zum Dolon Pass bekam ich die Nachricht, dass sie notfallmässig ins Spital eingewiesen werden musste. Diverse schwere Erkrankungen überlebte sie nicht und Ingrid ist am Mittwoch (6. Juni) von ihrem Leiden erlöst worden. Da ich Beistand bin wurde die Angelegenheit etwas schwierig. Nach diversen Telefonaten und dank der Hilfe von meinem Bruder Werner und meiner lieben Freundin Sabine konnte ich die Reise trotzdem fortsetzen.

Naryn:
Naryn – Ak- Tal:

Die Fahrt ab Naryn war begleitet mit Gedanken an Ingrid, ihr Leben, ihre Behinderung und ihr Leiden. Eine Fahrt mit langen Geraden und wunderschönen Landschaften erlaubten eine meditative Fahrt.

Ak- Tal – Kara- Koo Pass, 2800m:

Die Nachricht über den Tod und die extreme Fahrt über eine „of road“ Piste zum „Kara- Koo Ashuusu“ war überwältigend. Das Gefühl, Richtung Himmel zu fahren begleitete mich den ganzen Tag…

Am Abend durfte ich das Zelt bei Bergbauern aufstellen. Da gab es Wasser, warmen Tee und ich war herzlich zum Abendessen eingeladen. Eine Familie mit 6 Kindern und ca 100 Tieren, Pferde, Kühe und Schafe wohnt in einfachster Einrichtung über Sommer hier oben, …das jüngste Kind war gerade mal 2 jährig, siehe Bildgalerie. Ein Rätsel, wie die das schaffen.

–> Kazarman:

Die Fahrt Richtung Kazarman war super schön, eine wunderschöne Bergwelt von Kyrgyzstan eröffnete sich vor meinen Augen. Es blieb aber extrem anstrengend, schlechte Strassen und immer wieder neue Hügel. Der letzte Abschnitt vor Kazarman war schrecklich, trotz flacher Strasse erlaubte es mir Geschwindigkeiten von max ca 12, …der Strassenzustand war auch in Ortsnähe sehr schlecht.

Kazarman:

Erst ein paar Bilder, welche einen kleinen Eindruck von der abgelegenen kleinen Bergstadt „Kazarman“ geben:

2. Teil: Kazarman – „Urum- Basch Ashuusu“ 3017m – Jalalabad – Osch:

Kazarman – „Urum- Basch Ashuusu“ 3017m:

Die Anfahrt zum Pass „Urum- Basch Ashuusu“ 3017m war bereits anstrengend,  ..und dann kam die Erkenntnis:

Aha, …das sind die besagten „schlechten Strassen“:

Schlussendlich waren es über 8 Std Bewegungszeit mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,1 km/h – der GPS stoppt bei jedem Halt die Zeit! Das landschaftliche und gebirgige Erlebnis über diese Passstrssse war wirklich extrem beeindruckend und gleicht alle Anstrengungen aus, …inkl Strassenzustand!

Bei der Übernachtung im Zelt bemerkte ich, hier komme ich in einen anderen Klimabereich. Keine kalte Nacht, trotz klarem Himmel.

–> Jalalabad:

Die Strasse war zunächst „wie üblich“. Gewöhnen werde ich mich nie daran, ..bin definitiv kein Mountain Biker.

Die karge Gebirgslandschaft liess ich hinter mir, ein letzter Blick zur und…

…der Talkessel von Jalalabad liegt vor mir, …und endlich wieder Asphalt Strasse 🙂

Das Klima und die Kultur hier unten ist total anders. Temperaturen von über 30 Grad, …also ab in die Dusche und in Supermarkt für kaltes Bier! ..dachte ich, Jalalabad ist sehr muslimisch, …“niet Piva!“ , …hier kein Bier! Im Restaurant erinnerte es mich sehr an den Iran, …sehr schön hergerichtete Räume im Untergeschoss, …mit Tee!

Also, …nach einigem Suchen und Fragen verkaufte mir dann jemand eine Flasche Bier, aber im schwarzen Plastiksack. Markus (bester Freund) wird sich an Van (Türkei) erinnern…

Jalalabad – Osch:

Der direkte Weg von Jalalabad nach Osch ist wegen der Grenze zu Usbekistan für mich nicht möglich, ich habe kein Visum für Usbekistan. Also fahre ich 100km über eine perfekte Asphalt- Strasse über Ösgön nach Osch:

Wegen sommerlichen Temperaturen ging’s früh morgens los, gegen 11h wurde es bereits warm:

In Ösgön gab’s eine kleine Pause bei einem Supermarkt. Sofort kamen Jugendliche – wie meistens, wenn man anhält – und packten ihr ganzes English aus, …“what’s your name, where are you come from, etc…“. Manchmal sind diese Dialoge lustig, manchmal nervt es auch, da es zu häufig vorkommt. Die einfachste Lösung, Pause machen, wo keine Leute sind… ?

Ösgön:

Nach einer kleinen Pause ging’s weiter und um 15h war ich bereits in Osch. Ich dachte, ich hätte ein gutes Tempo drauf, der GPS zeigte aber „nur“ ø = 19. Offensichtlich habe ich mich an ein „langsames“ Tempo gewöhnt.

Ich bleibe nun ca 5 Tage in Osch. Velopause, Stadt Besichtigung, chillen und Kräfte sammeln, …bevor es dann Richtung „Pamir“ geht.

Osch:
Mountain, Suleiman- Too:
Der bekannte „Jayma- Bazaar“:
Navai- Park:
New Mosque + Mosque, Ravvat Abdullakhana:
Das Regierungsgebäude:
…und Schlussendlich noch die „Stadtreinigung:

–> Routen, Reiseempfehlungen und Galerie

Ein Gedanke zu „Naryn – Kara- Koo Ashuusu 2800m – Kazarman – Urum- Basch Ashuusu 3017m – Jalalabad – Osch

  1. Lieber Martin, es tut mir sehr leid, dass deine Schwester Ingrid gestorben ist. Trotzdem kannst du deine abenteuerliche Reise fortsetzen. Vielen Dank für die spannenden Berichte und die wunderbaren Fotos. Weiterhin gute sichere Fahrt mit unvergesslichen Eindrücken. Herzliche Grüsse, Daniel

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